Buchtipp – Hepinstall: Bittersüß wie Pecannüsse

Was mich am allermeisten quälte, noch mehr als Pollys
Geheimnisse, war die Tatsache, dass sie rauchte wie ein
Schlot. Ich kannte die Bilder von schwarzen Raucherlungen
aus dem Fernsehen und stellte mir vor, dass Pollys alte, abgenutzte
Lungen bei jedem Inhalieren zitterten wie Soldaten
im Schützengraben, die das tödliche Gas auf sich zukriechen
sahen. Da war diese Frau aus unserer Schulkantine.
Sie rauchte unheimlich gern Salem Lights. Ich sehe
sie noch heute vor mir, wie sie im Schürzenkittel draußen
auf dem Schulhof stand und mit Genuss vor sich hin paffte.
Dann wurde sie krank und ließ sich eine Zeitlang nicht
mehr blicken. Irgendwann tauchte sie wieder auf, dünn und
blass, und servierte uns mit einem Haarnetz über dem jetzt
kahlen Kopf unsere Spaghetti. Eines Tages verschwand sie
ganz. Über die Lautsprecheranlage wurde uns mitgeteilt,
sie sei verstorben, und wir bekamen alle panierte Zwiebelringe
geschenkt.“ …
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