Honda: Elektrischer Kleinwagen kommt nach Genf

Ein markanter Hingucker des elektrischen Asiaten ist die
große, unter einer Klappe auf der Fronthaube versteckte Öffnung für den
Ladestecker. Ein deutliches Zeichen an die Umwelt, dass dieses Auto an einer
Lade- anstatt einer Zapfsäule Halt machen wird. Ob es das bei Dunkelheit
beleuchtete Honda-Logo im Grill in die Serienproduktion schafft, steht noch
nicht fest. Hier bremsen deutsche Regularien, die ein mittiges weißes Licht
derzeit nicht zulassen, den japanischen Ideenreichtum noch aus. Das Heck
spiegelt die vordere Optik, allerdings natürlich mit roten Rundleuchten.

Erlaubt ist der Verzicht auf klassische Seitenspiegel-Ohren.
Dort, wo diese normalerweise platziert sind, ragen beidseitig kleine Zapfen aus
dem Blech, die jeweils eine Kamera in sich tragen. Die Honda-Lösung ist
deutlich dezenter als etwa die des Audi Q5 etron, dessen Kameragehäuse ähnlich
weit aus der Karosse reicht wie ein normaler Spiegel. Beim kleinen Japaner ist
der sogenannte virtuelle Rückblick serienmäßig, beim 80.000-Euro-Audi kostet er
1.540 Euro extra. Die Farbmonitore an den beiden Ecken des wagenbreiten
Armaturenbretts liefern ein gestochen scharfes Bild, die Kopfbewegung des
Fahrers fällt einige Grad knapper aus als jahrelang gewohnt. Auch der
Innenspiegel ist übrigens ein kleiner Bildschirm, der von der Heckkamera
gespeist wird.

Die Armaturen selbst werden von mehreren Bildschirmen
gebildet, die in Summe zu einer extrem breiten Einheit verschmelzen. Die
einzelnen Anzeigen können je nach Geschmack und Laune des Fahrers programmiert
werden. Sie tragen zum Beispiel Tacho, Navigation, Entertainment und vor allem
Infos über den elektrischen Antrieb. Die untere Begrenzung der Monitore bildet
eine sanfte Stufe in Holz-Deko, in der vier klassische Knöpfe und ein
Drehschalter untergebracht sind. Zusammen mit der Bedieneinheit der Klimaanlage
vertreten sie die analoge der ansonsten virtuellen Welt des Elektroautos.
Bemerkenswert ist zudem die Fülle von Steckern im unteren Zentrum. Neben Dosen
für 230 und 12 Volt finden sich zwei USB-Buchsen und ein HDMI-Anschluss.

Die wichtigste Frage: Wie weit komme ich mit meinem E-Mini? Honda spricht von mehr als 200 Kilometern nach neuer WLPT-Norm. Das ist deutlich weniger als bei anderen Neuerscheinungen, folgt aber der Logik, dass der noch Namenlose als reines Stadtfahrzeug konzipiert ist und wohl nur selten im Überlandverkehr genutzt wird. An einer starken Stromzapfsäule soll die Batterie in einer halben Stunde wieder auf 80 Prozent ihrer Leistung aufgeladen werden können. Nähere Daten zur Leistung des Motors will Honda erst auf dem Genfer Messestand preisgeben.

Fotos: Honda

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