Buchtipp – Dreesbach: Liebe lieber analog

Sie liebt ihr Handy, mag WhatsApp und Instagram. Und doch schreibt die Historikerin Anne Dreesbach (Jahrgang 1971) quasi gegen die sozialen Medien unserer Zeit an: Geht es um Fragen des menschlichen Kontakts, plädiert sie für den analogen Weg. Jedenfalls, wenn es darum geht, andere Menschen kennenzulernen. Nicht nur für amouröse Verabredungen gilt das, auch Freundschaften lassen sich ganz und gar „undigital“ finden.

Kino, Sauna, Ehrenamt… Dreesbachs Credo ist so einfach wie
klar: Smartphone-Fasten und unter die Leute gehen. Der Gedanke, auch mal
alleine zu verreisen, schreckt sie nicht. Sogar dem Trampen gewinnt sie Positives
ab (auch wenn dem Autor dieser Rezension diese Form des Reisens viel zu
gefährlich erscheint…). Sich ein Hobby zuzulegen, sieht Dreesbach gleichfalls
als gute Grundlage, um vielleicht mal jemanden kennenzulernen.

Mit ihren exakt 99 Ideen, siehe Untertitel, gelingt Anne
Dreesbach ein beschwingt geschriebenes Plädoyer für soziale Kontakte abseits
der sozialen Medien. Vielleicht merkt man erst beim Lesen, wie sehr man an den
digitalen Weg des Kontakts schon gewöhnt und von anderen Kontaktformen entwöhnt
ist. Und wem die meisten dieser 99 Vorschläge bekannt vorkommen, der dürfte
schon ein gewisses Lebensalter erreicht haben. Für diese Leserschaft sind
Dreesbachs Vorschläge nicht neu – Menschen haben sich auch kennen gelernt, als
es noch kein Internet und keine E-Mails gab. Tatsächlich! Übrigens auch durch
Partnervermittlungen und Zeitungsannoncen. Die haben hier ebenfalls ihren
Platz, und so wird aus dem Buch der Historikerin dann tatsächlich eine
Zeitreise.

Übrigens: Ist der analog geknüpfte Kontakt erst mal
gefestigt, kann man ja immer noch per WhatsApp kommunizieren. So zwischen den
Treffen und Telefonaten…

Anne Dreesbach: Liebe lieber analog. 99
Offline-Dating-Ideen. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag; 12,99 Euro.

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