
Ich plane ein Auto zu kaufen, bin mir aber noch unsicher, ob es eines mit Automatik oder Handschaltung sein soll. Was sind die Vor- und Nachteile der Konzepte?
Antwort von
Hans-Georg Marmit, KÜS: Die Entscheidung für ein bestimmtes Getriebe hängt
von verschiedenen Faktoren sowie persönlichen Vorlieben ab. Will man etwa
einfach nur bequem von A nach B kommen oder sportlich unterwegs sein?
Kraftstoff sparen oder einen besonders günstigen Kaufpreis erzielen? Außerdem
werden manche Motoren nur in Kombination mit einem bestimmten Getriebe
angeboten.
Es gibt mittlerweile eine breite Palette an verschiedenen
Getriebetypen: manuelle Schaltgetriebe, Doppelkupplungsgetriebe (DSG),
automatisierte Schaltgetriebe, Wandlerautomatik oder stufenloses Getriebe
(CVT). Jede Getriebeart hat Vor- und Nachteile. Eine klare Abgrenzung wie
früher – Automatik für eher gemütliche Fahrer „mit Hut“ und Handschalter für
sportlich ambitionierte Lenker – gibt es heute nicht mehr. Vergleichsweise
einfach haben es Käufer von E-Autos und Plug-in-Hybriden. Diese verfügen immer
über eine Automatik.
Standard in Deutschland ist noch ein Auto mit Handschaltung. Das ist bei der Anschaffung günstiger, weil technisch simpler und weniger aufwendig. Manuelle Schalter mit fünf oder sechs Vorwärtsgängen sind im Angebot. Mit dem richtigen Fahrstil lässt sich meist ein geringerer Verbrauch erzielen als bei Automatikgetrieben. Außerdem macht das Fahren mit einer knackigen manuellen Schaltung – auf der richtigen Straße – Spaß. Im Stau oder in Stop-and-Go-Phasen kann das manuelle Schalten aber auch nerven. Wer beim Schalten die Kupplung immer wieder nicht korrekt bedient, muss auf Dauer mit Extra-Wartungskosten für ihre Instandsetzung rechnen.
Nicht Fisch noch Fleisch ist das automatisierte
Schaltgetriebe. Es kommt in Kleinst- und Kleinwagen zum Einsatz und soll eine
kostengünstige Alternative zum Handschalter sein. Im Prinzip funktioniert diese
Schaltung wie ein normales Getriebe, lediglich die Kupplung wird automatisch
betätigt. Der etwas optimierte Verbrauch wird mit langen Schaltpausen erkauft,
die, je nach Getriebe, noch von ruckartigen Bewegungen begleitet werden.
Das CVT-Getriebe erfreut sich hierzulande bislang ebenfalls keiner allzu großen Beliebtheit. Das stufenlose Getriebe ändert die Gänge beinahe ohne spürbaren Schaltvorgang und ist daher sehr komfortabel. Lediglich die Geräuschkulisse kann störend sein, die Drehzahl ist hier von der Geschwindigkeit quasi entkoppelt. So entsteht der ungeliebte „Gummibandeffekt“. Dank optimierter Drehzahlen ist der Verbrauch dafür häufig geringer.
Die klassische Automatik ist der Wandler-Automat. Sie ist
komfortabel, sanft und gut geeignet für den Anhängerbetrieb. Mittlerweile gibt
es den Wandler in manchen Modellen sogar mit bis zu zehn Gängen. Durch den
recht hohen Aufpreis, einen leichten Mehrverbrauch im Vergleich zum
Handschalter und den erhöhten Platzbedarf ist die Wandler-Automatik eher in
höherklassigen Fahrzeugen zu finden.
Getriebe mit Doppelkupplung tragen bei verschiedenen
Herstellern unterschiedliche Namen und heißen etwa DSG, EDC oder PDK. Sie
werden mit sechs, sieben oder acht Gängen angeboten und sind platzsparender als
ein Wandler. Zwei automatisierte Teilgetriebe mit eigener Kupplung bieten den
Vorteil, den nächsten Gang immer schon parat zu haben, was Schaltvorgänge
extrem schnell macht. Beim langsamen Rangieren sollte man jedoch ein wenig
Vorsicht walten lassen. Hier kommt es oft vor, dass diese Getriebeart erst mit
Verzögerung reagiert, um diese dann mit Vehemenz auszugleichen. Auch
Doppelkupplungsgetriebe sind meist deutlich teurer als Handschalter.
Für welche Getriebevariante man sich auch entscheidet: Vor
dem Kauf sollte man eine ausgiebige Probefahrt unternehmen, um zu prüfen, ob
sie zum persönlichen Fahrstil passt.
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