Land Rover: James Bond testet den Defender

Den Briten werden ein gewisser Hang zu schrägem Humor und eine eigenartige Vorliebe für skurrile Einfälle nachgesagt. Zum Start des neuen James Bond Films „No Time To Die“ (Keine Zeit zu sterben, geplanter Kinostart in Deutschland am 2. April 2020) ließen sich die Verantwortlichen von Jaguar Land Rover zur typischen Bond-Musik einen Spot einfallen, der es wahrlich „in sich“ hat.

Sie
rekrutierten gleich zehn identische “Defender”, änderten lediglich am
Fahrwerk einiges, beließen ansonsten die Karosserie im Serienzustand. Noch
nicht einmal ein Überrollkäfig wurde installiert, um die Richtigkeit des
Gesamtkonzepts und die Stabilität unter extraordinären Bedingungen zu
demonstrieren.

Da liefern
sich versierte Stuntpiloten aus dem Testfahrerpool der Briten kreuz und quer
durch die Matsch-Pampa, durch ein Motocross-Areal und über engste Berg- und
Waldpfade einen spektakulären Auftritt mit Dauer-Vollgas, der hanebüchen und
erstmal ziemlich sinnfrei erscheint. Der Parforce-Ritt durch die weite Natur
soll lediglich zeigen, wie sich der Defender schlägt, was er aushält,
Belastungen weit über jenes Maß an Fahrversuchen hinaus, die normalerweise zu
sogenannten Produkttests gehören. Sprünge über 30 Meter Weite, Aufsetzen der Karosserie
vorne und hinten bei vollem Speed und freiem Flug, Schläge ins Fahrwerk,
Überschlag hinter einem Strauchdickicht bis zur Vollendung wieder auf vier
Rädern, sofortige Weiterfahrt mit erheblichen Karosserieschäden: Hauptsache,
Motor und Fahrwerk haben nichts abbekommen … oder ganz easy weggesteckt. Dass
dabei natürlich auch noch Motorräder teils parallel, teils kreuz und quer um
die Autos herumkurvten, ist dem echten James-Bond-Feeling zuzuschreiben. Nick
Collins, Direktor der Produktlinie “Defender”, hat das Testkonzept
entwickelt. Der neue Film des britischen Agenten kommt übrigens im April 2020
in die Lichtspielhäuser.

Wer den
kurzen Clip angeschaut hat, wird sich eventuell an ein ähnlich spektakuläres
filmisches “Vorkommnis” erinnern: vor etwa 20 Jahren hatte Toyota mal
zu privaten “Extrem-Tests” mit Hilux-Pickups aufgerufen. Was dort
gezeigt wurde, lässt auch heute noch schauern. Auf dem Dach eines Parkhauses in
Amerika stand zum Beispiel ein Pickup. Dann wurde das Parkhaus gesprengt. Das Fahrzeug
wurde mit in die Tiefe gerissen, von Stahlträgern und Betonbrocken getroffen,
hatte sich spürbar verkleinert, war komplett deformiert. Der Besitzer kletterte
mit viel Mühe hinters Lenkrad, betätigte den Anlasser … und fuhr von dannen.

Ob nun auch
das Land Rover-Experiment nur zum Schmunzeln anregt, weil es eine perfekt
inszenierte Show ist, oder ob die Landy-Ingenieure daraus weitere Erkenntnisse
über ihr Produkt schöpften, mag dahingestellt werden. Auf jeden Fall zeigt der
Spot die kosmopolitischen Auswirkungen eines Bond-Films bis hin zur automobilen
Weiterentwicklung. Der legendäre Agent übrigens, zum fünften Mal von Daniel
Craig verkörpert, hatte sich in Jamaika zur Ruhe setzen wollen. Woraus erst mal
nichts wird – soweit die Rahmenbedingungen von „Keine Zeit zu sterben“.

Fotos und Video: Jaguar Land Rover

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